Mittelalterliche Geschichte

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Bestle-Hofmann, Verena

Unus liber de sancto Benedicto

Das Benediktskompendium des Jean de Stavelot und die Klosterreform des 15. Jahrhunderts

Unus liber de sancto Benedicto

In den Jahren 1432-1437 schrieb und illuminierte der Lütticher Benediktinermönch Jean de Stavelot in der Abtei Saint-Laurent einen Codex, den der Verfasser in einer Chronik als unus liber de sancto Benedicto aufführt. Die von kunsthistorischer Seite bisher weitgehend unbeachtete Handschrift enthält Texte zum Leben und Wirken des hl. Benedikt sowie eine Abhandlung zum klösterlichen Leben. Das Kompendium ist mit 92 Miniaturen überaus reich ausgestattet. Eine typologisch instrumentierte Bilderfolge zum Leben des hl. Benedikt auf 35 Doppelseiten ist einzigartig in der ordenseigenen Bildtradition. Mit diesem, sich annähernd durchgehend auf den Ordensgründer beziehenden Text- und Bildprogramm stellt die Handschrift ein bemerkenswertes Zeugnis der monastischen Selbstvergewisserung eines Benediktinerklosters im 15. Jahrhunderts dar. Die vorliegende Publikation liefert erstmals eine grundlegende Untersuchung der Sammelhandschrift – im Zentrum steht dabei die Erforschung der ungewöhnlichen typologisierenden Benediktsvita – sowie eine geistes- und sozialhistorische Studie zu Entstehung, Verwendungszweck und Adressatenkreis des Buches vor dem Hintergrund benediktinischer Klosterreform im 15. Jahrhundert.

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Diem (ed.), AlbrechtMeer (ed.), Matthieu van der

Columbanische Klosterregeln

Regula cuiusdam patris, Regula cuiusdam ad virgines, Regelfragment De accedendo

Columbanische Klosterregeln

Viele Klöster der Columbanischen oder Iro-Fränkischen Klosterbewegung, die in der ersten Hälfte des siebten Jahrhunderts das Fränkische Reich erfasste, überdauerten mehr als tausend Jahre und wurden erst während der Französischen Revolution aufgelöst. Darüber hinaus waren die monastischen Lebensentwürfe, die sich aus dem Erbe Columbans heraus entwickelten, vermutlich nicht weniger prägend für klösterliche Lebensgewohnheiten wie die Benediktsregel. Die hier zum ersten Mal ins Deutsche übertragenen Klosterregeln bilden gemeinsam mit den Schriften und der Vita des Columban eine wesentliche Quelle zu den Anfängen des Columbanischen Klosterwesens und zu den Debatten, die sich in seinem Rahmen abgespielt haben.

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Bialas, Volker

Patrick von Irland (ebook)

Leben und Schriften

Patrick von Irland (ebook)

Um die Mitte des 5. Jahrhunderts missionierte der hl. Patrick in Irland. Er ist gewiss die bekannteste Persönlichkeit der irischen Geschichte überhaupt und war doch kein Ire, sondern stammte aus der römischen Provinz Britannien jenseits der Irischen See. Sein ruhiges Leben nahm ein jähes Ende, als er im jugendlichen Alter von Piraten in das unzugängliche Hügelland Irlands verschleppt wurde, wo er sechs Jahre lang Sklavendienste leistete. Umso erstaunlicher ist seine Rückkehr als Bischof zwanzig Jahre später. Überaus erfolgreich als christlicher Sendbote, gilt er als der eigentliche Schutzpatron Irlands und bildet mit dem hl. Columban und der hl. Brigid das Dreigestirn der irischen Nationalheiligen.

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