Tradizione monastica

Kössinger (ed.), Norbert

Hrabanus Maurus – Profil eines europäischen Gelehrten

Beiträge zum Hrabanus-Jahr 2006

Hrabanus Maurus – Profil eines europäischen Gelehrten

Nur wenigen ist heute noch der karolingische Gelehrte bekannt, der aufgrund seiner umfassenden schriftstellerischen Tätigkeit und seiner herausragenden Rolle als Vermittler spätantiken und mittelalterlichen Wissens den Ehrennamen „Praeceptor Germaniae“ – „Lehrer Deutschlands“ erhielt. Die in diesem Band versammelten Beiträge informieren in einer Mischung aus essayistischen und wissenschaftlichen Beiträgen über die Biographie Hrabans, über kulturgeschichtliche Zusammenhänge, in denen sein Leben, seine Tätigkeit als Lehrer und sein literarisches Schaffen zu sehen sind. Brückenschläge von jener Epoche, die vielen als das ‚dunkle Mittelalter’ gilt, zur Gegenwart waren dabei ausdrücklich erwünscht. Am Ende des Bandes steht ein Beitrag zur Geschichte des Missionsseminars von St. Ottilien, das den Grundstein für das spätere Rhabanus-Maurus-Gymnasium der oberbayerischen Erzabtei bildete.

detail
Recheis (ed.), Athanas

Pseudo-Basilius: Weisung an einen geistlichen Sohn

Pseudo-Basilius: Weisung an einen geistlichen Sohn

Die dem hl. Basilius von Cäsarea fälschlich zugeschriebene Schrift ist vermutlich an der Wende vom 5. zum 6. Jahrhundert entstanden. Ihr Verfasser stand wohl dem frühen gallischen Mönchtum um das Inselkloster Lérins nahe. In 20 Kapiteln vermittelt er eine Einweisung in klösterliches Leben. Dazu wird eine breite Palette von Themen aufgegriffen, die im Geiste der Heiligen Schrift und des frühen Mönchtums behandelt werden. Textteile daraus fanden später Eingang in die Benediktusregel.

detail
Schütz (ed.), Christian

Smaragdus von Saint-Mihiel: Diadem der Mönche

Smaragdus von Saint-Mihiel: Diadem der Mönche

Der Mönch Smaragdus (ca. 750 bis ca. 830) spielte in den klösterlichen Reformbewegungen des frühen Mittelalters eine bedeutende Rolle. Als Abt des fränkischen Klosters Saint-Mihiel (Nähe Verdun) wirkte er bei den Bemühungen mit, die Benediktusregel zur alleinigen Mönchsregel des Abendlandes werden zu lassen. Unter den Schriften des Smaragdus ragt das „Diadem der Mönche“ (Diadema monachorum) durch seine weite Verbreitung im Mittelalter hervor. In 100 Kapiteln beschreibt es Elemente des idealen Mönchslebens, wobei die Heilige Schrift und die Väter entscheidende Impulse geben. Die erstmalige deutsche Übersetzung gibt einen Einblick in die geistige Welt des karolingischen Reformmönchtums.

detail
Guéranger, Prosper

Anmerkungen zum Ordens- und Klosterleben

Anmerkungen zum Ordens- und Klosterleben

Der französische Geistliche Dom Prosper Guéranger (1805-1875) steht am Beginn der benediktinischen Erneuerung des 19. Jahrhunderts. Im neu begründeten Kloster Solesmes legte er seit 1833 die Grundlagen für ein vertieftes Verständnis klösterlichen Lebens, das weltweit ausstrahlte. Durch sein Verständnis der Liturgie als Sprache der Kirche wurde er zum Begründer der „Liturgischen Bewegung“. Da Dom Guéranger seine klösterlichen Grundauffassungen nirgends umfassend niedergelegt hat, ist die von ihm verfasste Noviziatsordnung eine Hauptquelle für die Reformanliegen von Solesmes. Sie entstand zwischen 1856 und 1858 als Frucht einer jahrzehntelangen praktischen Erfahrung im Klosterleben. Herausgegeben von Cyrill Schäfer OSB.

detail
Bianchi, Enzo

Wir sind nicht besser

Das Ordensleben in der Kirche und inmitten der Menschen

Wir sind nicht besser

Für das 21. Jahrhunder schien das prophetische Wort „Zeit der Orden“ (J.B. Metz) zu gelten. Was kam, war ein sprunghafter Mitgliederschwund und Krisenstimmung. Möglicherweise haben die Orden jedoch ihr Potential noch nicht vollständig ausgeschöpft. In diesem Buch wird eine erneuerte Sicht des Ordenslebens nahegelegt, das sich aus der Tradition des ersten christlichen Jahrtausends nährt.

detail
Bacht (ed.), Heinrich

Horsiese

Geistliches Testament (Liber Orsiesii)

Horsiese

Um 320 gründete der ägyptische Mönch Pachomius das wohl bedeutendste Kloster der jungen Kirche am Ufer des Nils. Von dieser Keimzelle aus entstanden zahlreiche weitere Gemeinschaften. Ihre Lebensordnung wurde richtungsweisend für die entstehende monastische Bewegung. Horsiese (ca. 380/390) war der zweite Nachfolger des Pachomius als Leiter der oberägyptischen Klöster. Er verstand sich als treuer Verwalter der pachomianischen Weisungen, die er gegen erste Auflösungserscheinungen zur Geltung bringen wollte. In seinen Unterweisungen erläutert er nochmals das geistige Erbe des Pachomius und der ersten Klöster, deren biblische Grundlegung er unterstreicht.

detail
Bacht (ed.), Heinrich

Pachomius: Klosterregeln

Gebote, Gebote und Weisungen, Gebote und Entscheidungen, Gebote und Gesetze

Pachomius: Klosterregeln

Um 320 gründete der ägyptische Mönch Pachomius das wohl bedeutendste Kloster der jungen Kirche in Tabenessi am Ufer des Nils. Von dieser Keimzelle aus entstanden zahlreiche weitere Gemeinschaften von Männern und Frauen. Ihre Lebensordnung wurde richtungsweisend für die entstehende monastische Bewegung. Das umfangreiche Regelwerk, das unter dem Namen des ägyptischen Mönchvaters überliefert ist, zeichnet sich durch eine maßvolle Askese und straffe Organisation aus. Die Herzens- und Gütergemeinschaft der Jerusalemer Urgemeinde spielt eine entscheidende Rolle.

detail
Biendarra (ed.), Ilona

Anders-Orte

Suche und Sehnsucht nach dem (Ganz-)Anderen

Anders-Orte

Der Begriff des „Anders-Ortes“ (Michel Foucault) ist hilfreich, um eine Vielzahl von Gegenwelten zusammenzufassen. Sie bieten Metaphern, Riten und Praktiken, die von säkularen Weltbeschreibungen vernachlässigt werden, aber für die Lebensbewältigung grundlegend sind. Solche Anders-Orte in unserer Welt wollen die hier gesammelten Aufsätze freilegen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den Klöstern als exemplarischem Gegenentwurf, doch auch eine Vielzahl ähnlich gelagerter Anders-Erfahrungen in Kunst und Wissenschaft, Literatur, Philosophie und Theologie werden beschrieben.

detail
Frank (ed.), Karl Suso

Augustinus: Die Handarbeit der Mönche

Augustinus: Die Handarbeit der Mönche

Gegen 400 verfasste der Kirchenvater Augustinus eine Schrift gegen arbeitsscheue Mönche. Darin zeigt er auf Grundlage der Heiligen Schrift, dass Arbeit für den Mönch eine selbstverständliche Pflicht ist. Arbeit wird darüberhinaus als ein Stück der Naturordnung dargestellt, das zwar nach dem Sündenfall mit Mühe behaftet ist, aber auch Quelle des Glücks sein kann.

detail
Frank (ed.), Karl Suso

Mönchsleben II

Das Leben der Juraväter Romanus, Lupizinus und Eugendus

Mönchsleben II

Vom Anfang des Schweizer Mönchtums legen die „Leben der Juraväter“ Zeugnis ab. Ein unbekannter Autor beschrieb wohl zu Anfang des 6. Jahrhunderts, wie die beiden Brüder Romanus und Lupizinus sich um 450 in die Einsamkeit des Jura zurückzogen. Lebendig wird geschildert, wie sich um diese Einsiedler die Klostergemeinschaft von Condat (Saint-Claude) sammelte, aus der noch weitere Gemeinschaften im heutigen französischen und Schweizer Jura erwuchsen. Als ihr Nachfolger wirkte Abt Eugendus (ca. 450 – ca. 516), der das eremitische Erbe mit verstärkt aktiven und gemeinschaftlichen Zügen verband.

detail