Theology

06

Schulz, Christian

Die Enzyklika „Humanae vitae“ im Lichte von „Veritatis splendor“

Verantwortete Elternschaft als Anwendungsfall der Grundlagen der katholischen Morallehre

Die Enzyklika „Humanae vitae“ im Lichte von „Veritatis splendor“

Am 25. Juli 2008 jährt sich zum 40. Male das Erscheinen der Enzyklika ‚Humanae vitae’ (HV) Papst Pauls VI.. Gerade im deutschen Katholizismus formierte sich sogleich nach deren Veröffentlichung lautstarker Protest, der sich vor allem gegen die zentrale aber gewiss nicht allein bedeutsame Aussage richtete, jede Handlung sei „verwerflich, die entweder in Voraussicht oder während des Vollzugs des ehelichen Aktes oder im Anschluss an ihn beim Ablauf seiner natürlichen Auswirkungen darauf abstellt, die Fortpflanzung zu verhindern, sei es als Ziel, sei es als Mittel zum Ziel“ (HV 14). Eine ablehnende bzw. gleichgültige Haltung dominiert in theoretischer wie in praktischer Hinsicht, so muss wohl festgestellt werden, bis in die Gegenwart hinein. Andererseits wird mehr und mehr die prophetische Bedeutung von ‚Humanae vitae’ erkannt, da die unheilvollen Auswirkungen eines technisierten Auseinanderreißens von geschlechtlicher Hingabe und Fruchtbarkeit hinsichtlich der persönlichen Lebensgestaltung und zugleich hinsichtlich gesellschaftlicher Fragestellungen immer offener zutage treten. So ist es – vielleicht mehr denn je – ein Gebot der Stunde, die Wahrheit der kirchlichen Lehre, die nicht von der Kirche erdacht, sondern in autoritativer Auslegung des natürlichen Sittengesetzes und des biblischen Menschenbildes empfangen ist und dargelegt wird, entschieden um der Menschen willen zu verkünden. Die vorliegende Arbeit hat sich nun der Aufgabe angenommen, unter Führung der Moralenzyklika ‚Veritatis splendor’ Johannes Pauls II. aus dem Jahre 1993 ausgewählte Problemfelder moraltheologischer Auseinandersetzung für die Bewertung der kirchlichen Lehre zur ‚verantorteten Elternschaft’ gerade auch unter Abwehr kontroverser Stellungnahmen zu diskutieren. Dabei geht es zum einen um die Kompetenz des kirchlichen Lehramtes und um die Berechtigung des lehramtlichen Anspruches auf Verkündigung der Wahrheit vor allem im Bereich des natürlichen Sittengesetzes. Zum anderen soll der innere Wahrheitsgehalt dieser Lehre verdeutlicht werden, so dass das Ineinander von Autorität und Argument klar hervortritt. Nachdem so der Anspruch der Wahrheit formuliert ist, stehen abschließend Fragen nach dem persönlichen Gewissen und einer angemessenen Umsetzung der kirchlichen Lehre im Mittelpunkt des Interesses. Ganz nebenbei und zugleich doch auch ganz zentral wird das nicht unproblematische „Wort der deutschen Bischöfe zur seelsorglichen Lage nach dem Erscheinen der Enzyklika ‚Humanae vitae’“, die sog. ‚Königsteiner Erklärung’ (KE), vom 30. August 1968 einer kritischen Würdigung unterzogen, die die Dringlichkeit des Anliegens unterstreicht, dieses Schreiben seitens der verantwortlichen Bischöfe einer Revision zu unterziehen.

detail
Arcy May (ed.), John d'

Converging Ways? (ebook)

Conversion and Belonging in Buddhism and Christianity

Converging Ways? (ebook)

There is currently much discussion of both religious conversion and multiple religious belonging, but there has been little examination of their relationship. this book presents a variety of approaches to the problem, from autobiographical accounts of intense personal experience in monastic settings and research into historical controversies and empirical data to a comprehensive theory of multiple belonging.

Contributions by Thomas Joseph Götz OSB, Thomas Timpte OSB, Elizabeth J. Harris, Jorgen Skov Sorensen, Perry Schmidt-Leukel, José Ignacio Cabezón, Paul Williams, Kajsa Ahlstrand, Ruben L.F. Habito, Michael von Brück

detail

05

Graf, Roland

Klonen: Prüfstein für die ethischen Prinzipien zum Schutz der Menschenwürde

Klonen: Prüfstein für die ethischen Prinzipien zum Schutz der Menschenwürde

Die Klontechniken und die Forschung mit Stammzellen haben in den letzten sechs Jahren ganz neue ethische Fragestellungen aufgeworfen, die auch in der Öffentlichkeit auf großes Interesse stoßen. Eine wichtige Aufgabe der Moraltheologie besteht darin, nicht nur Antworten zu geben, sondern die Fachleute und die Öffentlichkeit für das christliche Verständnis der Menschenwürde zu sensibilisieren.
In der vorliegenden Untersuchung werden zunächst die grundlegenden Begriffe und biologischen Prozesse erklärt. Neben den Klontechniken werden auch Verfahren besprochen, die als Alternativen des so genannten therapeutischen Klonens gelten: Die Parthenogenese, die Xenotransplantation, die Verwendung von embryonalen Stammzellen, die Transplantation von fetalem Gewebe und die eher unterschätzten Möglichkeiten mit adulten Stammzellen. Die Problematik des reproduktiven Klonens des Menschen wird ausführlich dargelegt.
Diese Situationsanalyse kombiniert mit philosophischen Überlegungen führt zu einer neuen Definition des Lebensbeginns. Anschließend werden verschiedene philosophische Menschenwürdekonzeptionen vorgestellt und diskutiert. Vor diesem Hintergrund wird das Spannungsverhältnis zwischen den Schutzbestimmungen aufgrund der Menschenrechte und dem Recht auf Forschungsfreiheit in internationalen Erklärungen und Deklarationen untersucht.
Aus theologischer Perspektive wird eine christlich verstandene Menschenwürde dargestellt, die sich auf die Offenbarung stützt. Mit Hilfe der Aspekte der Ebenbildlichkeit, der Berufung, der Inkarnation und der Erlösungstat Christi wird die inhärente Menschenwürde beschrieben. Diese wird von der erwerb- und verlierbaren Menschenwürde unterschieden. Aus der inhärenten Menschenwürde werden zwei primäre ethische Prinzipien abgeleitet: Die Würde der Weitergabe des menschlichen Lebens und die Würde des gezeugten Lebens achten. Unter dem Gesichtspunkt dieser ethischen Prinzipien werden die im medizinischen Teil besprochenen Verfahren und die unterschiedlichen Positionen der Morallehre diskutiert.
Als Fazit plädiert der Autor für eine vermehrte Zusammenarbeit zwischen Naturwissenschaftlern und Moraltheologen. Die Klontechniken als extreme Formen der Missachtung der Menschenwürde stellen eine Art Prüfstein dar. Jede Ethik, jede Moral hat sich daran zu messen, wie umfassend sie den Menschen in seiner inhärenten Würde zu schützen vermag.

detail

04

Kleffner, Klaus

Vorsehung und Zumutung

Skizzen zu einer Theologie der Vorsehung aus dem Werk Teresas von Ávila

Vorsehung und Zumutung

Die Ideen und Ansätze Teresas von Ávila geben wichtige Impulse, wie Vorsehung heute theologisch zu denken ist. Teresas Vorsehungsglaube ruft dabei zugleich zu persönlicher Verantwortung auf. Ihr Entwurf von „Determinación“ als großzügige Risikobereitschaft ermutigt dazu, auf Gott zu schauen und Christus konsequent nachzufolgen. Aus dieser freimachenden Haltung der Entschiedenheit erwächst für die ganze Kirche ein enormes Erneuerungspotential im hingebungsvollen Dienst an den Menschen.

detail

04

Spindelböck, Josef

Grundentscheidung und konkrete sittliche Verhaltensweisen

Einheit und Dissoziierung von fundamentaler Option und konkreten sittlichen Entscheidungen in der moraltheologischen Diskussion

Grundentscheidung und konkrete sittliche Verhaltensweisen

In der eigentlichen Tiefe seiner Person verwirklicht der Mensch seine Grundentscheidung, in der er ganzheitlich Stellung nimmt zum Wahren und Guten und letztlich zu Gott als Ursprung seiner Existenz und Ziel seines Strebens. Wie aber steht es um den Zusammenhang dieser zentralen menschlichen Entscheidung (…) mit den vielen einzelnen konkreten Entscheidungen und Handlungen des täglichen Lebens vor dem Hintergrund der Einheit der Person in ihrer anthropologischen Grundstruktur und christlichen Berufung ? Josef Spindelböck sichtet in seiner Studie die wesentlichen Linien der neueren moraltheologischen Diskussion und versucht eine weitere Klärung und Vertiefung im Hinblick auf das Verhältnis von Grundentscheidung und konkreten sittlichen Verhaltensweisen.

detail