Geschichte

Wüst, Wolfgang

Der fränkische Reichskreis – ein europäisches Regionenmodell?

hrsg. von der Fränkischen Arbeitsgemeinschaft e.V.

Der fränkische Reichskreis – ein europäisches Regionenmodell?

Der fränkische Reichskreis bestand von 1500 bis 1806. Manche seiner Strukturen nehmen heute selbstverständliche parlamentarische Formen vorweg, beispielsweise die „Konvente“ als gemeinsame Sitzung aller fränkischen Stände. Der Beitrag weist darauf hin, dass die Kreisverfassung des Alten Reiches ein interessantes Modell für ein föderal aufgebautes Europa sein kann. Föderalismus und eigenständige Regionen sind durchaus geeignet, friedensstiftend zu wirken.

detail
Wüst, Wolfgang

Die „gute“ Polizei

Gesellschaftsideale der Frühmoderne? Eine süddeutsche Bilanz

Die „gute“ Polizei
Cover-Download

Im Zeitraum von 2001 bis 2018 sind am Erlanger Lehrstuhl für Landesgeschichte acht umfangreiche, international rezensierte Quellen- und Editionsbände zur „guten“ Policey entstanden. 391 Ordnungen wurden analysiert. Die Bände fokussierten die Normenentwicklung der Frühmoderne – gelegentlich ins 15. und 19. Jahrhundert ausgreifend – exemplarisch in den 1500/12 entstandenen drei süddeutschen Reichskreisen Bayern (Bd. III), Franken (Bd. II) und Schwaben (Bd. I). Anschließend folgten Editionen zur lokalen Policey mit meist mittel- und oberfränkischen Dorfordnungen/Weistümern (Bd. IV), zu den Markgraftümern Ansbach und Kulmbach-Bayreuth (Bd. V), zu den drei Hochstiften in Bamberg, Eichstätt und Würzburg (Bd. VI), zu fünf nordbayerischen Reichsstädten (Bd. VII) sowie zur Kultur fränkischer Reichsritter, Grafen- und Fürstenh.user (Bd. VIII). Nun wurde es höchste Zeit Bilanz zu ziehen …

detail

03

Heitmeier (ed.), IrmtrautHaberstroh (ed.), Jochen

Gründerzeit

Siedlung in Bayern zwischen Spätantike und frühem Mittelalter

Gründerzeit
Cover-Download

„Gründerzeit“ im frühen Mittelalter? Tatsächlich beschreibt die Archäologie für Bayern im 6. Jahrhundert einen Neubeginn. Die villae rusticae der römischen Zeit waren untergegangen, nun entstand das uns vertraute Siedlungsbild des ländlichen Bayern mit seinen Dörfern, Weilern und Einzelhöfen. Neue Ortsnamen, in großer Zahl bis heute aktuell, bezeugen einen gleichzeitigen Sprachwechsel im Land.  Wodurch wurde dieser Neubeginn ausgelöst, über den die schriftliche Überlieferung schweigt? War er die Folge einer Katastrophenzeit, einer langen Transformation oder eines politischen Neuzugriffs? Diesen Fragen gehen die Beiträge des Bandes aus archäologischer, historischer und sprachwissenschaftlicher Sicht nach. Dabei wird erstmals das große Potential der Siedlungsbefunde ausgelotet und im überregionalen Vergleich diskutiert.

detail

05

Wüst (ed.), Wolfgang

Policeyordnungen in den Markgraftümern Ansbach und Kulmbach-Bayreuth

Policeyordnungen in den Markgraftümern Ansbach und Kulmbach-Bayreuth

Der nunmehr fünfte Band der „guten“ Policey eröffnet dem Leser wieder eine große Auswahl interessanter, wissenschaftlich edierter Quellen. So finden sich neben der klassischen Policeyordnung ebenfalls Bettel- und Feuerordnungen oder landesherrliche Instruktionen zu Hochzeiten, Taufen und Todesfällen. Aber auch spezielle Personengruppen stehen im Fokus „guter“ Policey. Es sind dies u.a. Gastwirte, Köche, Metzger, Bäcker und Krämer. Die Beispiele weisen bereits darauf hin, dass sich insgesamt ein buntes Bild zu den unterschiedlichsten Lebensbereichen ergibt. Der räumliche Schwerpunkt der Edition liegt auf den Gebieten der ehemaligen Hohenzollern-Markgraftümer um Ansbach und Kulmbach-Bayreuth. Zeitlich manifestieren die Ordnungen die fränkische Gesellschaft insbesondere im 17. und 18. Jahrhundert. Der Blick von „unten“ ist bewusst gewählt, um längst verlorene Welten wieder sichtbar zu machen. Die Vielfalt der in den einzelnen Ordnungen thematisierten Lebensbereiche ermöglicht einen eindrucksvollen Blick hinter die Kulissen der „großen“ Geschichte.

detail
Bacci, Pietro Giacomo

Leben des hl. Philipp Neri

hrsg. von Markus Dusek und Paul Bernhard Wodrazka. Mit einem Vorwort von Martin Mosebach

Leben des hl. Philipp Neri
Cover-Download

Bei der hier vorliegenden Biographie von P. Pietro Giacomo Bacci (1575-1656) über Philipp Neri (1515-1595) handelt es sich um die ausführlichste der ersten Biographien des großen römischen Stadtheiligen. Ihre Lebendigkeit und Unmittelbarkeit ist der geistlichen Atmosphäre des frühen Oratoriums geschuldet, in der sie verfasst wurde, und macht zugleich ihre unvergleichliche Bedeutung aus.

detail
Hastetter, Michaela C.

Licht fließt am Himmel

Zum 100. Geburtstag des Komponisten Max Baumann (1917-1999)

Licht fließt am Himmel

Max Baumann hat 1944 gerade sein Musikstudium beendet und erlebt an der finnischen Ostfront alle Schrecken des Krieges. Konfrontiert mit der täglichen Lebensgefahr gelobt er eine „Schutzengelmesse“, falls er den Krieg überleben sollte. Diese Komposition wird 1955 vollendet, unmittelbar vor Baumanns Konversion zur Katholischen Kirche. In Berlin sollte Baumann sich über Jahrzehnte als Dozent, Dirigent und Chorleiter in das musikalische Leben der Stadt einbringen. Vor allem seine vielfältigen kirchenmusikalischen Kompositionen bereicherten das Repertoire der Vokal- und Orgelmusik und zeugen von einer tiefen geistlichen Durchdringung biblisch-christlicher Themen.

detail
Lobkowicz, Nikolaus

Philosophische Memoiren

Erinnerungen an die Philosophie

Philosophische Memoiren

„Wenn man über alles nachdenkt, bleiben Fragen übrig. Und wenn man das schön abstrakt formuliert, wird das Philosophie. Jeder hat philosophische Fragen – doch nicht jeder kommt zu dem Punkt, wo sie unbeantwortbar werden. Und da beginnt die Philosophie. Jemandem von hinreichender Intelligenz scheinen manche Fragen so allgemein zu sein, dass er ihnen besser nicht nachgeht. Nicht jeder gräbt tief genug. Das macht dann der Philosoph.“ Nikolaus Lobkowicz blickt auf sein Leben zurück – auf sein Leben als Philosophierender und den Weg zur Philosophie, auf seine Hegel- und Marxismusstudien, auf die umfassenden Aristoteles- und Thomaslektüren sowie auf seine Tätigkeiten als akademischer Lehrer und Universitätsadministrator.

detail
Brandl (ed.), LudwigReiter (ed.), Ernst

P. Jakob Rem SJ (1546-1618)

Beiträge zur Bedeutung und Wirkungsgeschichte eines begnadeten Erziehers und Marienverehrers

P. Jakob Rem SJ (1546-1618)

Zum 400. Mal jährt sich 2018 der Todestag des im Ruf der Heiligkeit verstorbenen Jesuitenpaters Jakob Rem (1546–1618), auf den die Anrufung Mariens als Dreimal Wunderbare Mutter zurückgeht. Mehr als zwei Jahrzehnte lang wirkte er in der Zeit der Katholischen Reform am Ingolstädter Jesuitenkonvikt als Erzieher zahlreicher später kirchlich und politisch einflussreicher Persönlichkeiten.
Die Beiträge des vorliegenden Bandes widmen sich der Biographie Jakob Rems und der Wirkungsgeschichte dieses bedeutenden Jesuitenpaters in den Bereichen Erziehung und Marienverehrung. Dabei wird erstmals der in jüngster Zeit behauptete Zusammenhang zwischen dem bekannten Gnadenbild „Maria Knotenlöserin“ in Augsburg, St. Peter am Perlach, und P. Rem untersucht und ausführlich dargestellt. 1932 wurde der diözesane Informativprozess des Seligsprechungsverfahrens „P. Jakob Rem” im Bistum Eichstätt begonnen, aber nicht abgeschlossen. Deshalb wurde das Verfahren 2010 wieder aufgenommen.

detail

10

Weiermüller, Gregor Maximilian

Von der Anpassung zur Selbstreflexion

Eine kritische Untersuchung der Frage nach der Zuschreiben jüdischer Identität aus dem Denken von Franz Rosenzweig und Emil L. Falkenheim

Von der Anpassung zur Selbstreflexion

Die Entwürfe von Identität im Judentum werden untersucht, indem die alte Frage der jüdischen Identität im Vergleich von Rosenzweig und Fackenheim neu ergründet wird. Ihre zwei Entwürfe, sich Jude zu nennen, werden mit der Identitätsfindung als Jude bei Rosenzweig ohne die Komponente der deutschen Nation und mit der Identitätsstiftung als Jude bei Fackenheim ohne diejenige einer Rasse aufgenommen. Die Ziele sind aufzuzeigen, dass ein Ausbrechen aus überlieferten Merkmalen von Religion, Nation, Abstammung möglich und diese Loslösung des Juden aus der Entwicklung des Denkens von Rosenzweig und Fackenheim ableitbar ist. Rosenzweig und Fackenheim lösen sich von der Anpassung an Nation und Rasse, wobei sie eine Bindung an die jüdischen Phänomene Teshuva und Tikkun vorschlagen. Das Transzendieren der Rückkehr zur Frömmigkeit (Teshuva) und der Reparatur der Disharmonie (Tikkun) ermöglicht die Reflexion über das eigene Selbst. Rosenzweigs und Fackenheims Schriften sind Quellen und sie selbst sind Beispiele für Denker, welche die Spannung zwischen Freigeist und Tradition austarieren.

detail

176

Weiermüller, Gregor Maximilian

Von der Anpassung zur Selbstreflexion

Eine kritische Untersuchung der Frage nach der Zuschreiben jüdischer Identität aus dem Denken von Franz Rosenzweig und Emil L. Falkenheim

Von der Anpassung zur Selbstreflexion

Die Entwürfe von Identität im Judentum werden untersucht, indem die alte Frage der jüdischen Identität im Vergleich von Rosenzweig und Fackenheim neu ergründet wird. Ihre zwei Entwürfe, sich Jude zu nennen, werden mit der Identitätsfindung als Jude bei Rosenzweig ohne die Komponente der deutschen Nation und mit der Identitätsstiftung als Jude bei Fackenheim ohne diejenige einer Rasse aufgenommen. Die Ziele sind aufzuzeigen, dass ein Ausbrechen aus überlieferten Merkmalen von Religion, Nation, Abstammung möglich und diese Loslösung des Juden aus der Entwicklung des Denkens von Rosenzweig und Fackenheim ableitbar ist. Rosenzweig und Fackenheim lösen sich von der Anpassung an Nation und Rasse, wobei sie eine Bindung an die jüdischen Phänomene Teshuva und Tikkun vorschlagen. Das Transzendieren der Rückkehr zur Frömmigkeit (Teshuva) und der Reparatur der Disharmonie (Tikkun) ermöglicht die Reflexion über das eigene Selbst. Rosenzweigs und Fackenheims Schriften sind Quellen und sie selbst sind Beispiele für Denker, welche die Spannung zwischen Freigeist und Tradition austarieren.

detail