Drama

Reck, Matthias

Der Tote von morgen

Schauspiel von Gabriel Marcel aus dem Jahr 1919

Der Tote von morgen

“Einen Menschen lieben, das heißt ihm sagen: Du, du wirst nicht sterben!” Diese Kernaussage des hier zum ersten Mal in deutscher Übersetzung veröffentlichten Theaterstücks “Le mort de demain”  aus dem Jahr 1919 macht zugleich dessen Grundthemen deutlich. Es geht – aufgezeigt an der Situation eines Soldaten im Kriegseinsatz – um die ständige Bedrohung der Existenz durch den Tod, um die Verlustangst der Angehörigen und, mitten im Ausgeliefertsein an die übermächtigen Zufälle des Kriegsgeschehens, um die Frage, wie denn die Offenheit von Zukunft zu bewältigen sei. Marcels Antwort ist ein Plädoyer gegen Pessimismus und ein Versuch, Vision und Sehnsucht zwischenmenschlicher Liebe gerade angesichts ihrer denkbar extremen Herausforderung: angesichts des Todes zu rehabilitieren.

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