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Geistlicher Impuls zum 18.05.2013

„In der Praxis lässt sich nicht jeder Streit vermeiden, da Spannungen mit der Fülle des Lebens verbunden sind. Was jedoch unerlässlich sein dürfte, sind bestimmte Spielregeln. Eine erste dieser Regeln könnte lauten: Sachlichkeit.“

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Geistlicher Impuls zum 18.05.2013

»Heilige Lesungen gern hören.« (Benediktsregel, 4. Kapitel, 55)

Wer hört oder liest schon gerne fromme Sachen? Steht das Lesen insgesamt nicht gerade hoch im Kurs, so trifft das auf die Lektüre religiöser Literatur in verstärktem Maß zu. Dennoch gilt: Es führt kein Weg am Lesen vorbei. Man kann selber einmal die Rechnung aufstellen, was alles ausfiele, wenn wir nichts mehr zu lesen hätten bzw. nicht mehr lesen können. Das Lesen ist und bleibt ein sehr fundamentaler und universaler Weg unserer Bildung, unserer Weiterbildung, unserer Information und Kommunikation. Es stimmt: Tagtäglich hagelt ein Dauerregen von Wörtern, Sätzen, Texten, Sprüchen, Nachrichten usw. auf uns ein, die einem das Lesen oder Hören verleiden könnten. Deswegen ist es nicht leicht, einen gesunden und objektiven Zugang zur Lektüre zu finden. Das Lesen ist, wie vieles andere, eine Kunst, die man lernen und üben muss. Andererseits verhält es sich so, dass kaum jemand ganz auf das Lesen verzichten möchte, selbst wenn es sich dabei nur um die Zeitung oder bestimmte Erzeugnisse der Boulevardpresse handelt.

Es gibt Menschen, die behaupten, lesen sei für sie ein Genuss. Bis einer so weit gekommen ist, muss er viele Schritte unternommen haben. Ein guter Leser liest mäßig, aber regelmäßig, er ist kein Alles- oder Vielleser, vielmehr wird er wählen und auswählen, scheiden und unterscheiden; in der Regel wird er bedächtig und wenigstens geistig mit einem Bleistift in der Hand lesen, organisch und zusammenhängend. Auf diese Weise wird ein Leser allmählich seinen Rhythmus, seine Technik, seinen Stil des Lesens entdecken und entfalten. Wer liest, der tritt in ein Gespräch ein, das viele Facetten und Richtungen kennt; ihm öffnen sich Türen in Reiche, die ihn mit der großen Geschichte und der Welt des Geistes bekannt machen. Die Frage, was und wie ich lese, trifft ins Schwarze.

Entnommen aus Christian Schütz OSB, Gesegneter Alltag. Lebensweisheit aus der Regel Benedikts