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eos Klosterverlag St. Ottilien

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Geistlicher Impuls zum 18.05.2013

„In der Praxis lässt sich nicht jeder Streit vermeiden, da Spannungen mit der Fülle des Lebens verbunden sind. Was jedoch unerlässlich sein dürfte, sind bestimmte Spielregeln. Eine erste dieser Regeln könnte lauten: Sachlichkeit.“

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Geistlicher Impuls zum 18.05.2013

»An die Pforte des Klosters stelle man einen weisen älteren Bruder, der Bescheid zu empfangen und zu geben weiß und den seine Reife daran hindert, sich herumzutreiben. Mit der ganzen Sanftmut eines Gottesfürchtigen und mit dem Eifer der Liebe gebe er unverzügliche Bescheid.« (Benediktsregel, 66. Kapitel, 1-4)

Pforte und Pförtner sind das Aushängeschild eines Hauses. Es gibt bekanntlich sehr delikate Posten und Aufgaben, die ein hohes Maß an Feingespür erfordern. Sie stellen besondere Anforderungen an die Charakter- und Herzensbildung, die Menschenkenntnis und Unterscheidungsgabe, die Intelligenz und das Verantwortungsbewusstsein, die Gewissenhaftigkeit, Zuverlässigkeit und Treue eines Menschen. Solche Qualitäten sind nur bis zu einem gewissen Grad lernbar und anerziehbar.

Der Dienst des „Pförtners" begegnet uns vor allem in jenen Positionen, die wir als Schalt- und Schlüsselstellen bezeichnen. In ihnen laufen Fäden zusammen, hier werden Informationen gesammelt, gefiltert, weitergeleitet oder auch gestoppt. Kenner wissen, was solide Menschen an solchen Stellen wert sind. Obwohl sie offiziell zwar nicht das Sagen haben, ist es doch ein relativ hohes Potential an „Macht", das still und unausgesprochen in ihren Händen gebündelt ist. Sie entscheiden unaufgefordert über Wohl und Wehe, Ruf und Ansehen von Menschen und Einrichtungen.

Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass wir alle den einen oder anderen „Pförtner" haben und diese Funktion wohl auch ein Stück weit anderen gegenüber ausüben sollen, wenn wir an die Beziehung Eltern-Kinder oder Menschen denken, die uns anvertraut sind. „Pförtner" sind Menschen, die an der Schwelle stehen, Türen öffnen oder schließen. Sie verkörpern ein höchst persönliches Ausleseprinzip, das dem Bösen, Schädlichen und Gefährlichen klar und bestimmt den Zutritt verwehrt und allem Guten und Förderlichen sein Herz und Leben verpfändet hat.

Entnommen aus Christian Schütz OSB, Gesegneter Alltag. Lebensweisheit aus der Regel Benedikts