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Geistlicher Impuls zum 25.05.2013

„Der Rückblick sorgt für den Zusammenhang. Ohne ihn geht vieles verloren und wird vergessen. Unser Leben braucht Stationen oder Zäsuren, an denen wir zurückschauen.“

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Geistlicher Impuls zum 25.05.2013

»Wer für ein schweres Vergehen vom Oratorium und vom Tisch ausgeschlossen ist, werfe sich am Ende der gottesdienstlichen Feier vor der Tür des Oratoriums zu Boden. Ohne etwas zu sagen, mit dem Gesicht zur Erde soll er dort zu Füßen aller liegen, die aus dem Oratorium kommen... So tue er Buße, bis der Abt ihm befiehlt, diese zu beenden.« (Benediktsregel, 44. Kapitel, Verse 1.2.8)

Auf solche Texte reagieren wir mit Unverständnis, ja mit Protest. Wie kann man nur so etwas verlangen! Unsere Denk- und Lebenswelt deckt sich gewiss nicht mit der Benedikts. Ihre Verschiedenheit schließt nicht aus, beide miteinander zu vergleichen. Jede besitzt ihre Vorzüge, aber auch ihre Schwachpunkte. Bei aller berechtigten Wertschätzung des Individuums, seiner Rechte und Ansprüche kommt dessen Einbindung in das soziale Umfeld nicht selten etwas zu kurz. Das macht sich in der Vernachlässigung der Frage nach dem positiven Beitrag des Einzelnen zum Allgemeinwohl oder zum Wohl der anderen bemerkbar, in negativer Hinsicht aber in der Unterdrückung der Forderung nach Kompensation des Schadens, der der Allgemeinheit oder einem bestimmten Sozialgebilde seitens einzelner zugefügt wird. Wir sprechen im zweiten Fall von Wiedergutmachung, Begleichung durch eine äquivalente Leistung oder Genugtuung. Wir kennen sie wenigstens in der minimalisierten Form des Bußgeldes bei Delikten gegen die Straßenverkehrsordnung.

Benedikt dachte hier wesentlich anders, und zwar vom Ziel her durch und durch positiv. Der Friede in der Gemeinschaft ist ihm ein sehr hohes Gut, von dessen Segen jedes Glied profitiert. Seiner Erhaltung oder Wiederherstellung dienen die Strafsanktionen. Diese wollen den Menschen nicht strafen oder züchtigen, sondern bessern, indem sie ihn zur Nachdenklichkeit, zum Umdenken, zur Mobilisierung des Guten und zur Änderung seines Lebensstils führen wollen. Der Einzelne braucht dafür Zeit, Abstand, Stille und weitere seinen Weg begleitende Maßnahmen. Am Ende dieses Weges stehen Vergebung und Versöhnung sowohl auf Seiten des Individuums wie der Gemeinschaft.

Entnommen aus Christian Schütz OSB, Gesegneter Alltag. Lebensweisheit aus der Regel Benedikts