Die Trassen des Fernhandelsweges Augsburg-Füssen im 15. und 16. Jahrhundert

Die Trassen des Fernhandelsweges Augsburg-Füssen im 15. und 16. Jahrhundert

Mit der vorliegenden Arbeit greift Alois Koch einen bisher eher vernachlässigten Aspekt der Geschichte unseres Landes auf. Es ist der Versuch, tatsächliche Straßenverläufe und ihre Nutzung zu rekonstruieren. Am Beispiel der ›Kardinalstraße‹ wird erkennbar, dass sich dahinter ein grundlegendes Problem der Wirtschaftsentwicklung im 15. und 16. Jahrhundert verbirgt. Das Bemühen des Bischofs von Augsburg, im 15. Jahrhundert den Güterverkehr auf der alten Verkehrsachse Augsburg–Füssen durch sein eigenes Territorium zu leiten, zielte offenbar dahin, am wirtschaftlichen Geschehen teilzuhaben und auf dem Weg über die Verkehrskontrolle das politische Gewicht gegenüber dem bayerischen Herzog am Lechrain auszubauen. Es erweist sich, dass es sich bei der bedeutsamen Verkehrsachse um eine ›Straßenlandschaft‹ handelt, deren Varianten sich in einem breiten Band über das Land legten und deren Benutzer auf gezielte Eingriffe reagierten. Auf dem Umweg über Forschungen zum Rottwesen stieß der Autor im Bayerischen Hauptstaatsarchiv auf zwei Archivbände, in denen sich konkrete Hinweise auf Straßenverläufe im 15. und 16. Jahrhundert fanden. Es stellte sich heraus, dass zahlreiche Vorlagen für Lori’s ›Geschichte des Lechrains‹ (zweiter Band, Urkunden betreffend) aus diesen Bänden stammen. In zahlreichen Streitfällen wegen der Rottfuhren entstanden konkrete Beschreibungen der Straßen, wurden die berührten oder betroffenen Orte genannt. Es sind auch Hinweise auf Amtspersonen zu finden. Neben der ›oberen‹ und der ›unteren‹ Straße, die in weiten Strecken durch den heutigen Landkreis Landsberg und ab Schongau nach Mittenwald oder Füssen führte, gab es weiter westlich den wichtigen Verkehrsweg von Augsburg über Buchloe und Kaufbeuren und von da über Seeg oder Roßhaupten nach Füssen. Zwischen diesen zog die ›Kardinalstraße‹ fast durchweg auf dem Gebiet des Hochstifts Augsburg, aber auch durch reichsritterschaftliche Besitzungen, über Buchloe oder Holzhausen durch das Hühnerbachtal bis Bernbeuren, Roßhaupten und Füssen. Die Auswertung der Jahresrechnungen der Stadt Schongau führte zu dem Ergebnis, dass im Verlauf des 16. Jahrhunderts eine allmähliche Verlagerung des Nord-Süd-Verkehrs von der ursprünglichen Hauptstraße am Lech weiter nach Westen stattgefunden haben musste, was die Finanzkraft der Stadt erheblich beeinträchtigte. Daneben kamen für zahlreiche größere und kleinere Orte in dem Streifen zwischen Augsburg und Füssen mit dem Schwerpunkt südlich der heutigen A 96 nicht uninteressante Details ans Tageslicht, die auch für die Heimatforschung von Interesse sein können.

AUTOR
Alois Koch
ERSCHEINUNGSJAHR
2008
SEITEN
170
FORMAT
14,8 x 21 cm
AUSSTATTUNG
Paperback
REIHE
Lech-Ammersee Studien
BAND
3
ISBN
978-3-8306-7321-7
PREIS
9,80 EUR

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