Berchmans Göschl, Johannes

Das im November 1998 als Choralschola der „Hochschule für Musik und Theater München“ gegründete Ensemble setzt sich aus derzeitigen, aber auch ehemaligen Studenten der Hochschule zusammen. Ihren besonderen Auftrag sieht die Schola darin, dem neu erwachten Interesse gerecht zu werden, das dem Gregorianischen Choral als Fundament der abendländischen Musikgeschichte entgegengebracht wird. In ihrer Interpretation gregorianischer Gesänge weiß sie sich den Ergebnissen der Forschungen der letzten fünfzig Jahre auf dem Gebiet der Gregorianischen Semiologie verpflichtet, denen zufolge sich das immense Repertoire dieses bis ins 8./9. Jahrhundert zurückgehenden Liturgiegesangs als künstlerisch hochstehender Organismus von pulsierendem Leben darstellt. Das Ensemble übte in den über zehn Jahren seines Bestehens eine rege Konzerttätigkeit im In- und Ausland aus (Österreich, Italien, Schweiz, Belgien, Holland) und folgte dabei Einladungen bis nach Spanien, Portugal und Südkorea.

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Professor Dr. Johannes Berchmans Göschl ist der Gründer und Leiter der Schola Gregoriana Monacensis. Er studierte am Pontificio Istituto di Musica Sacra in Rom Kirchenmusik und promovierte unter Dom Eugène Cardine (Solesmes) im Gregorianischen Choral. Nach Lehraufträgen in München und Saarbrücken wurde er 1983 als ordentlicher Professor auf den Lehrstuhl für Gregorianischen Choral und katholische Liturgik an die Hochschule für Musik und Theater München berufen. Diesen Lehrstuhl hatte er bis zu seiner Emeritierung im Juli 2006 inne.

Von 1978 bis 1994 war er Kantor der Erzabtei St. Ottilien. Das von ihm zusammen mit Luigi Agustoni erarbeitete und in mehrere Sprachen übersetzte dreibändige Standardwerk „Einführung in die Interpretation des Gregorianischen Chorals“ vermittelt einen umfassenden Einblick in den gegenwärtigen Forschungsstand der Gregorianischen Semiologie und die damit verbundenen aufführungspraktischen Fragestellungen des Gregorianischen Chorals.

Seit 1999 ist er Präsident der Internationalen Studiengesellschaft für Gregorianischen Choral AISCGre (Associazione Internazionale Studi di Canto Gregoriano). Einladungen, bei Gregorianik-Kursen als Dozent zu wirken, führen ihn regelmäßig in die ganze Welt.