Dissertationen. Theologische Reihe

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Andre, Johannes Paul

Concupiscentia und temperantia

Auf der Suche nach einem realistischen Bild christlicher moralischer Tugend mit Thomas von Aquin

Concupiscentia und temperantia

 Kann man in dieser Welt vollkommen glücklich werden? Diese Frage stellt sich Thomas von Aquin im beatitudo-Traktat seiner Summa theologiae. EinElement seiner negativen Antwort überrascht: Man kann in dieser Welt unter anderem wegen der ungeordneten Affekte des Strebevermögens nicht vollkommen glücklich sein. Spielen in der Morallehre des Aquinaten nicht gerade die moralischen Tugenden eine wesentliche Rolle? Selbst Aristoteles kommt zum Schluss, der Mäßige habe keine schlechten Leidenschaften. Wie kann Thomas dann dem begnadeten Christen, der ja durch die eingegossenen Tugenden und die Gaben des Heiligen Geistes gestärkt ist, ungeordnete Affekte unterstellen? Offensichtlich steht die aristotelische Unter scheidung zwischen Mäßigkeit und Beherrschtheit mit der biblisch-augustinischen Lehre der Konkupiszenz in Spannung, um nicht zu sagen in Widerspruch. Eben diese Spannung und die Weise, wie Thomas mit ihr umgeht, werden in der vorliegenden Arbeit untersucht.

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107

Tang, Yaoguang

Theologisches Denken bei Xu Zongze (1886–1947)

Ein Versuch der Kontextualisierung der katholischen Theologie in China in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Theologisches Denken bei Xu Zongze (1886–1947)

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfassten große gesellschaftliche Umwälzungen China, die die katholische Kirche vor riesige Herausforderungen stellten und sie zugleich sehr angreifbar machten. Vor diesem Hintergrund entstand eine neue Bewegung, die nach einer Inkulturation des katholischen Christentums in China strebte. Xu Zongze 徐宗泽 (1886–1947) war ein Vertreter dieser Bewegung, der sein theologisches Denken vor allem mittels der „Mission durch Pinsel und Tusche“ (bimo chuanjiao 笔墨传教 ), d.h. in einem umfangreichen Schrifttum, entfaltete. Sein Ansatz war dadurch gekennzeichnet, dass er sich intensiv mit den gesellschaftlichen Problemen im China seiner Zeit auseinandersetzte und diese anhand der katholischen Soziallehre zu lösen versuchte. Hierzu gehörte die Haltung zur Frauenbewegung, die Modernisierung der katholischen Erziehung in China oder das katholische Verständnis des gerechten Krieges. Diesen Versuch einer theologischen Kontextualisierung nannte er selbst „Katholisierung“ (gongjiaohua 公教化 ).

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Feng, Jinxue

Die chinesisch-christliche Rezeption des Mozi am Beispiel von Zhang Chunyi (1871-1955)

Die chinesisch-christliche Rezeption des Mozi am Beispiel von Zhang Chunyi (1871-1955)

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als China in eine nationale Katastrophe zu steuern schien, entdeckten chinesische Gelehrte erneut die Lehren der Mo-Schule, deren Stifter Mozi 墨子  (ca. 468–376 v.Chr.) war. Seine Lehren einer allumfassenden Liebe unter den Menschen fanden weite Verbreitung und die Ähnlichkeiten zu christlichen Grundauffas sungen führten zu Versuchen, die christliche Lehre auf der Grundlage der Mo-Schule zu erläutern. Bei dieser Begegnung spielte der chinesische Gelehrte Zhang Chunyi 张纯一  (1871–1955) eine zentraleRolle. Er versuchte, die christliche Lehre auf der Grundlage der chinesischen Kultur, insbesondere der Mo-Schule und später des Buddhismus zu interpretieren. Sein religiös-intellektueller Werdegang ist das Hauptanliegen der vorliegenden Studie, darüber hinaus auch die Frage, welche Früchte diese interreligiöse Begegnung hervorbrachte und welche Richtungen sie einschlug.

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105

Müller, Andreas

Kirchenbau als Symbol

Zur Grundlegung der Religions- und Liturgiedidaktik des christlichen Kirchenraums

Kirchenbau als Symbol

Kirchenbauten sind spirituelle Lernräume, die eine Begegnung mit dem Heiligen ermöglichen können. Im theologischen Fächerkanon hat dabei die Liturgiewissenschaft die besondere Aufgabe, die traditionelle Bedeutung und die spirituell-christliche Zeichenhaftigkeit der Kirchenbauten immer wieder in den Blick zu nehmen und den Menschen vor Augen zu führen. Entscheidende Partner der Liturgik bleiben Symboldidaktik und Religionspädagogik, indem sie den Kirchenraum als spirituellen Lernort und religiöses Lernmedium für die Menschen unterschiedlichster religiöser Entwicklung in einen lebensweltlichen und ästhetischen Zusammenhang rücken, sodass sich jede/r durch die symbolischen Potenziale der Kirchenräume in die Begegnung mit dem Göttlichen einüben kann. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Kompetenzen, einen Kirchenraum bewusster wahrnehmen, angemessen symbolisieren und mit ihm religiös verantwortet umgehen zu können.

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104

Mehlem, Marcel

Das Potential von Musik in einer ganzheitlichen Seelsorge

Das Potential von Musik in einer ganzheitlichen Seelsorge
 Der Musik kommt unbestritten eine wichtige Stellung in der Seelsorge zu. Dennoch ist das Verhältnis von Seelsorge und Musik bisher nur wenig aufgearbeitet. Die vorliegende Studie möchte daher SeelsorgerInnen für die Bedeutung von Musik in der Seelsorge sensibilisieren und sie mit konzeptioneller Grundlagenarbeit und praktischen Beispielen bereichern. Dabei sollen vernachlässigte Dimensionen der Musik für die Seelsorge erschlossen werden: das Potential von Musik für alle Dimensionen des Menschseins, u.a. auch die Einbeziehung des Körpers durch die Musik. Die vorliegende Arbeit möchte nicht nur einen konzeptionellen Baustein ganzheitlicher Seelsorge besonders hervorheben, sondern auch professionelle und ehrenamtliche christliche SeelsorgerInnen dazu ermutigen, sich im Vertrauen auf einen ganzheitlichen Ansatz zu trauen, Musikalisches in die eigene Seelsorge zu integrieren.
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103

Heil, Hanno

Die Leitung eines katholischen Altenheims als kirchlicher Beruf?

Die Leitung eines katholischen Altenheims als kirchlicher Beruf?

Zahlreiche Altenheime befinden sich in katholischer Trägerschaft. Ihre Leitungspersonen tragen weitreichende Verantwortung für die Verwirklichung der Ziele der Kirche. Als kirchliche Berufe werden sie und ihre Mitarbeitenden weder vom kirchlichen Amt noch von der Theologie wahrgenommen. Die hier vorgelegte Untersuchung fragt nach den Gründen des Schattendaseins der pflegenden Berufe in der Kirche. Sie entwickelt einen theologischen Ansatz der Wertschätzung der Leitungs- und Sorgetätigkeiten in der Altenhilfe und plädiert für eine neue, übergreifende Sicht auf die Berufe in der Kirche.

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102

Chinliankhup, Stanislaus

Spiritual Empowerment of Peace Builders

A Challenge for the Mission of the Local Church in the State of Manipur/Northeast India

Spiritual Empowerment of Peace Builders

Manipur is a small state situated in the northeast of India, bordering Myanmar (Burma). The present everyday situation is marked by constant violent conflicts between different ethnic groups. In this scenario of crime and violence, the local Church in Manipur has the imperative task of building peace and fostering social harmony. Such engagement would ascertain the authenticity of the Church in carrying out its mission of “proclaiming the gospel of peace” (EG 239). This study will present technical skills and knowledge in peacebuilding based on peace concepts of the Catholic Church, with due reference to the conceptual and practical frameworks of John Paul Lederach. Since, the acquisition of technical skills and knowledge do not automatically guarantee the ability to apply them to practical violent situations, the emphasis of the research is on the spiritual Empowerment of Peacebuilders.

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101

Cao, Youchen

„Dein Thron soll auf ewig Bestand haben“ (2 Sam 7,16b)

Entstehung, Entwicklung und Perspektiven messianischer Hoffnung im Alten Testament

„Dein Thron soll auf ewig Bestand haben“ (2 Sam 7,16b)

Die christliche Rezeption des Alten Testaments stellt die Messias-Erwartung in den Vordergrund. Im älteren Teil der Bibel hingegen spielt das Messias-Thema eine eher untergeordnete Rolle. Zudem ist das Messias-Bild des Alten Testaments vielschichtig und sehr unterschiedlich ausgeprägt. Die vorliegende Studie bietet einen geschichtlichen und systematischen Überblick über die wichtigsten messianischen Vorstellungen in den alttestamentlichen Schriften.

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100

Bedijo, Samuel

The Moral Problem Posed by Individualism in the Church in Africa

A Case Study in Nebbi Catholic Diocese in North-Western Uganda

The Moral Problem Posed by Individualism in the Church in Africa

After presenting a general profile of Nebbi Catholic Diocese in North-Western Uganda this study focuses on the tradional values of the Alur tribe which contribute to the local building of ecclesial communion. It discusses the present-day meaning of individualism, its expressive forms and factors in the light of the Christian perception of personality and contrasts it with Christian models of communitarian life. The result are several possibilities which can serve to building up of the local Church in a moral, spiritual and practical way.

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099

Cho, Benedikt Hankyu

Universale Concretum

Die Bestimmung des unterscheidend Christlichen in den Gesammelten Werken von Joseph Ratzinger

Universale Concretum

Der Grundsatz, dass Christentum nicht Moral, Weltanschauung oder bloße Idee, sondern sakramentale Darstellung Jesu Christi durch jeden einzelnen Christen bedeutet, bestimmt die gesamte theologische Anthropologie und Ekklesiologie von Joseph Ratzinger. Die vorliegende Schrift behandelt die Konsequenzen eines an Christus als dem ‚universale concretum‘ abgelesenen Christentums und möchte Koordinaten des unterscheidend Christlichen herausarbeiten.

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